Montag, 29. August 2016

Praktikum plus

Meine Lieben!

Seit drei Minuten habe ich die Gewissheit —
Und grünes Licht!

Ich darf meine Masterarbeit hier schreiben!
Konkret wird es aber nicht vor Freitag, da hab ich ein Meeting mit meinen beiden Chefs Adèle und Peter, bei dem sie sehen wollen welche Fragestellungen ich interessant finde und für realistisch in der Bearbeitung halte, und dann geht's weiter mit der Erstellung eines Exposés.
Und wenn's perfekt läuft, schenke ich mir den Master zum 30. Geburtstag.

Gerade jetzt ist es immer noch ein bisschen viel.
Der Datensatz macht immer noch Zicken, Mandy ist immer noch nicht fertig, hat mir aber für morgen dann den fertigen Datensatz versprochen (...) Und heute den ganzen Tag ununterbrochen wie ein Droschkenkutscher dabei geflucht.

Whoa.

Das ging jetzt echt schnell.
Ich bin doch gerade erst vier Wochen hier...?

Mittwoch, 24. August 2016

Halbjahresgeburtstag

Meine Lieben,

ich hab bestimmt noch nicht oft genug gesagt, wie wohl ich mich am Institut fühle, und um das ganze nochmal ein bisschen anschaulicher zu erläutern, erzähle ich euch heute folgende Anekdote, die so oder so ähnlich heute passiert ist, als wir vom Kaffeeholen aus der Cafeteria zurückgelaufen sind, und Louise die restlichen Lamingtons unters Volk geworfen hat.

David zu mir:       "Louise kann ganz phantastisch backen!"* 

Louise:                 "Also David, du aber auch!"

David:                  "Wir sollten öfter Kuchen haben. Wer hat als nächstes Geburtstag? Wir hatten keinen Kuchen an Karens Geburtstag, oder?"

Ich:                       "Doch, Anita hat Cupcakes mitgebracht."

David:                  "Ja aber keinen Kuchen."

Karen:                  "Ich glaub du bist als nächstes dran, David?"

David zu mir:       "Wann hast du Geburtstag?"

Ich:                       "Erst im März, ich bin raus."

Louise:                 "Wir könnten ihn vorfeiern."

Ich:                       "Nein, das geht auf gar keinen Fall. Wir gratulieren ja noch nicht mal vorher, das bringt bloß Unglück.“

Louise:                 „Wir könnten einen Halbjahresgeburtstag draus machen. Mit nur einem halben Kuchen!“**

David:                  „Und außerdem hast du jetzt noch fast sechs Wochen Zeit, um das offiziell von den deutschen Behörden genehmigen zu lassen.“

Ich:                       „Ich glaube, das kehre ich lieber unter den Teppich…“

Louise:                 „Dein kleines Australiengeheimnis, was?“



Jedenfalls ist das zu gut, um das jetzt nicht durchzuziehen, also am 30. September werden meine Kollegen Kuchen kriegen. Definitiv. Und weil ich hier schon so megasüßes Dekozeug gesehen hab, hab ich jetzt auch die Ausrede, die ich gesucht habe. 


aber die Lamingtons waren gekauft

** Der Vorschlag kam so unerwartet und passte sowas von wie die Faust aufs Auge, dass wir alle gebrüllt haben vor Lachen. Wie gut, dass heute kaum jemand außer uns im Büro war!

Dienstag, 23. August 2016

Der andere Hund

Gestern kam Ricky mit hoch um mir meine Jalousien wieder hinzufuddeln (die Dinger sind alt und die Schnüre sind schon fast durchgewetzt. Wenn einer die runterreißt bin sicher nicht ich das).
Dabei sind ihm die Hunde gefolgt, als er zusammen mit Marco (oder Michael, whatever^^) noch das Regal für Shine, die am Donnerstag einzieht, gerade eben eingezogen ist, nach oben gebracht hat.
Das ist Boof:

Und das war gestern auf dem Heimweg <3
Ich drück euch!

PS: Das mit meinen Mitbewohnern ist tatsächlich wie aufm Bahnhof. Unglaublich. Noch hab ich Spaß daran. Wir sind jetzt übrigens zu viert. Der Kühlschrank war auch ohne Shine schon zum Brechen voll. Und mein männlicher Mitbewohner (der nuschelt so! Ich hab ihn nicht richtig verstanden als er seinen Namen gesagt hat!) hat zwei Regalfächer im Lebensmittelschrank okkupiert. Ob er die wieder rausrückt? Außerdem hat der gestern übelst Modder von seinen Schuhen im Gang verteilt und hat den erst weggemacht, als Ricky ihm gesagt hat, dass das nicht geht :D
Er ist ja voraussichtlich in zehn Tagen weg.
Aber diese Angaben stimmen ja eh nie...

Boah einen Lärm macht die!!

Samstag, 20. August 2016

Real-life Pokémon

Ihr Lieben!

Heute regnet's (und wie es runter macht, und jetzt gewittert es auch noch :D), daher bin ich nicht unterwegs, obwohl ich das eigentlich vorhatte. Egal, bin ich halt faul.
Ich wurde gestern von meinem Chef freigestellt, und anstatt zu arbeiten bin ich ins TRI, das Translational Research Institute.
Und Leute, das ist mal ein Institut!




Die beiden Fotos hier zeigen übrigens Teile des Innenraums. Ich sollte nochmal hinfahren an einem sonnigen Tag, einfach nur um Fotos zu machen. Also das ist ein kleiner fast Innenraum-Park, und zwar zweimal fast, denn der Innenraum ist an einer Seite offen (rechtes Bild), und an den anderen drei Seiten geschlossen, und überdacht, ganz oben, und das sind schon einige Stockwerke. Sehr beeindruckend. Außerdem gab's kostenloses Essen.

Ich war da weil da eine Neuroscience Expo war. Am interessantesten fand ich die Beiträge über Parkinson und Schizophrenie, aber da ich ja eigentlich nicht in dem Thema drin bin, gab es einige Vorträge, die bestimmt sehr gut waren, bei denen ich überhaupt nichts verstanden habe

Übrigens war gerade eben ein phantastischer Regenbogen, den ich aber leider nicht festhalten konnte, denn ich hab ihn von meinem Zimmer aus gesehen, aber ich wollte nicht durchs Fliegengitter durch fotografieren, hab also schnell Schuhe angezogen und bin nach draußen (hier stehen die Regenpfützen, abartig, ey! Ich dachte hier gibt's nur Wüste!), leider nicht rechtzeitig.
Das hier sind die Reste:











Zurück zu gestern:
Also es fing schon mal gut an, als der Chairman der ersten Session die erste Rednerin vorstellte, seine Frau XD.
Und dann heißt sie auch noch Frances Dark. Stellt euch das mal vor, so ein Name, im echten Leben! Dr. Dark klingt für mich eher nach Marvel als nach Realität, aber die Frau war nicht nur clever und schlau, sondern auch witzig und hat für mehr Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und Klinik geworben. Hat mir gut gefallen.
Was ihr vielleicht mitbekommen habt, was aber irgendwie völlig an mir vorbeigegangen ist, ist, was derzeit (seit Januar 2015) in den USA in ist, und zwar die sogenannte Precision Medicine Initiative.
Und da fließt Geld. Und zwar angeblich massig.
Und das wird dann alles in die in die Richtung individualisierter Medizin und Pflege gehen. Was irgendwo natürlich auch Sinn ergibt, da nicht jeder Patient wie der andere ist, aber gleichzeitig hängt das auch daran, wie viel der Patient sich denn eigentlich leisten kann. Aber das soll hier in keine Diskussion abschweifen. Gell Ag?

Und dann war da noch ein Typ vom Australian eHealth Research Centre. Und das ist schon reizvoll. Und mega anspruchsvoll. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass sich da einige meiner Kommilitonen nach Herzenslust austoben würden. Kleines Beispiel für eine PhD Stelle:

"Project 3: Develop computerised methods for DNA analysis and bio statistical methods. We are working on several large clinical studies gathering for 1000s of subjects data on imaging, genomics, proteomics, and cognition. We are aiming at mining those data to understand various disorders and diseases. Specific skills Matlab, python, R, advanced statistics."

Interessant auf jeden Fall.

Ach so, und ich hab jetzt einen neuen Mitbewohner. Ross hat einen neuen Job im Süden und war gestern auf einmal verschwunden. Seit heute Mittag ist Michael da, der sich aber rar macht und immer wieder heute verschwunden ist, sodass ich mich wahrscheinlich irgendwann heute noch einfach ins Wohnzimmer pflanze und ihn abpasse :D

Ach so, für die, die sich schon die ganze Zeit fragen, was es mit dem Titel auf sich hat, gestern auf dem Heimweg hab ich doch tatsächlich das hier getroffen:














Das ist ein Australian B(r)ushturkey, zu Deutsch, ein Buschtruthahn. Kann man offenbar essen. Wenn man sie kriegt, sie laufen schnell!

Wer sich noch etwas unterhalten will, auf der Talk-Seite des dazugehörigen Wikipedia Eintrags findet sich "The Clifford street bush turkey By Lillie Alston".

Sehr süß. Wahrscheinlich wird sie in einigen Jahren damit aufgezogen werden. Das Internet vergisst nichts...

Dienstag, 16. August 2016

Hundeparadies

Ags Kommentar von eben hat mich daran erinnert dass ich euch ja ein Foto hochstellen wollte.

Gestatten, das ist Tinkerbell.
Leider nur ein Handyfoto, und ja der Zaun ist zwischen uns, aber gestern war sie furchtbar anhänglich und wollte gekrault werden. Und sie hat superweiche Ohren!!









Ach ja, und auch wenn einigen folgendes Foto bereits bekannt ist: was stimmt hier nicht?


Samstag, 13. August 2016

Letzte Woche - Zusammenfassung

Ihr Lieben,

heute werdet ihr verwöhnt, nicht nur der Bilderpost, der den Sonntag beschreibt, sondern dieser Post, der meine Ereignisse der letzten Woche zusammenfasst.
Ihr habt Glück!

Also ich glaube ich habe nicht erwähnt, dass Ricky zwei Staffordshire Bullterrier hat. Zumindest glaube ich, dass das die Rasse ist. Und sie sehen beide ziemlich gemein aus. Und können beide äußerst bedrohlich knurren.
Nachdem mir Ricky am Sonntag versichert hatte, dass die beiden mich nicht beißen, und ich sie einfach ignorieren soll, wenn ich das Haus verlasse, dachte, ich okay, machste es so.
Am Montagmorgen dann, als Ricky schon weg war, und ich auch das Grundstück verlassen wollte, warteten die beiden im Garten auf mich. Genau zwischen der Treppe und dem Gartentor...
Und knurrten.

Dazu fällt mir die eine schöne Geschichte ein, die ich las in einer Zusammenstellung von One-Night-Stand-Geschichten, die in der einen oder anderen Art völlig aus dem Ruder gelaufen sind.
Und zwar ging es da um einen Typen, der bei einer Frau übernachtet hatte und sie ihm abends schon gesagt hatte, sie müsse am nächsten Tag früh arbeiten, und er solle einfach ausschlafen. Was der Kerl auch tat. Irgendwann wachte er jedoch auf, mit dem dringenden Bedürfnis, die Toilette aufzusuchen.
Was die flüchtige Bekanntschaft ihm nämlich nicht gesagt hatte: neben dem Bett lagen zwei dänische Doggen. Die ganz still lagen, bis er sich anschickte, das Bett zu verlassen. Dann knurrten sie. Und zwar äußerst bedrohlich...
Dem jungen Mann blieb schließlich nichts anderes übrig als darauf zu warten, dass Frauchen wiederkam. Ich erinnere mich noch an den Schlusssatz, der da hieß "... und sprintete auf die Toilette."

Zurück zu meinem Dilemma. Ich hatte nicht den Luxus auf Ricky zu warten, also marschierte ich tatsächlich mitten durch die Hunde. Denen hat das nicht gefallen, aber sie haben tatsächlich keine Anstalten gemacht, mich aufzuhalten oder gar anzufallen. Mittlerweile kommen sie mir übrigens schwanzwedelnd entgegen. Wer hätte das gedacht. Ich wohne bei zwei Hunden.

Montag Mittag konnte ich dann mein Projekt der ersten Woche abschließen (ich hatte wirklich Probleme mit dem Datensatz, die nicht meine waren. Und zwar, Leute ihr werdet es nicht glauben, das original Encoding meines Datensatzes war auf Japanisch! Und ich hab halt eine normale, englische SAS-Version benutzt und auf einmal waren mehr als die Hälfte meines Datensatzes weg!
David hatte recht, der hat das schon am zweiten Tag vermutet^^).
Ich habe jetzt den eigentlichen Datensatz bekommen, und jetzt geht die Arbeit richtig los.
Mandy, meine Kollegin, ist nicht ganz so optimistisch wie ich, weil sie meint, dass es viel zu viele missing values gibt, aber ich hab beschlossen mich da nach und nach drum zu kümmern. Wird schon.

Dienstag gab's noch einen mega Vortrag über Malaria.
Im Institut haben wir übrigens unsere eigenen Mücken. Die auch Malaria übertragen (können), zumindest theoretisch. Wen's interessiert (Steffi? Niki?): zum Beispiel hier. Da hat auch mein Chef, Peter O'Rouke, mitgearbeitet.

Ach so, und dann bekam ich auf dem Heimweg von Ricky noch eine SMS, ich solle mich nicht wundern, mein Mitbewohner sei angekommen :D
Ich bin mir ziemlich sicher, dass er Ross heißt (yeah, Friends!), aber nicht ganz. Mein Gedächtnis macht manchmal komische Sachen. Außerdem ist er kein Dinosaurier, sondern Tauchlehrer, aber nicht ganz, also wenn ich ihn richtig verstanden habe ist er Divemaster, der unter einem Instructor steht. Netter Typ, groß, breit, bärtig, und er scheint sich von Pizza zu ernähren.

Mittwoch war Feiertag, und obwohl mir meine Kollegen dringend dazu geraten haben, zur EKKA zu fahren, hab ich das sein lassen, sondern war stattdessen im Einkaufszentrum Lutwyche (ich liebe den Namen, echt Leute, LUTWYCHE!), und ich glaub ich war da bestimmt zwei Stunden bummeln. Dabei ist das gar nicht so groß, aber hat alles was ich brauche. Eine Post, einen Coles, einen ALDI (!!!), einen Buchladen, und drei Billigläden, die alle nützlichen Kleinkram zu vernünftigen Preisen anbieten. Ausch Shampoo und so Zeugs.
Und abends hab ich mir dann gemeinsam mit Sarah "Suicide Squad" im Kino gegönnt.
Muss man natürlich mögen, aber ich fand ihn großartig. Hab ich erwähnt, dass Sarah und ich in sehr vielen Dingen exakt übereinstimmen? Eins davon ist unsere Hingabe für einen gewissen Briten, der demnächst, und zwar genaugenommen, ab dem 27. Oktober mit Cape hier in die Kinos kommt.
Sarah hat quasi schon die Tickets gekauft (btw: Wann kommt Series 4 von Sherlock endlich??).

Ach Himmel, jetzt hätte ich um ein Haar Josephine vergessen, die am Donnerstag hier aufkreuzte und die schon seit etwa einem Jahr hier wohnt. Ross ist wohl für zwei Monate hier, und Josie auch nur noch bis Oktober, bevor sie nach Schottland geht. Sie war auch vorher schon in Kanada und Österreich (ich glaube Wien) zum Studieren, und arbeitet derzeit an einem Projekt zur Aufforstung der einheimischen Fauna. Da ist hier in der Nähe eine Insel, auf der sie und noch fünf andere Kollegen Bäume pflanzen und die Pflanzen rausholen, die da nicht hingehören. Sie bezeichnete sich übrigens selbst als Umweltwissenschaftlerin; studiert hat sie Biologie :) Ihre Familie wohnt in Cleveland und da ist sie auch fast jedes Wochenende. Jedenfalls haben wir uns sofort gut verstanden.

Freitag war ich dann noch bei den Studierenden-Vorträgen, was ganz interessant war, denn es gab vorher Pizza. Auch die Vorträge an sich hatten spannende Themen, nur von den Vortragenden war ich jetzt nicht so megamäßig begeistert, aber in dem einen ging es um die genetischen Faktoren für den Geschmackssinn, genauer, für süß und bitter, und in dem anderen für genetische Faktoren, die dazu führen, dass eine standardmäßige Behandlung von Gebärmutterhalskrebs entweder anschlägt oder eben nicht.

Das Leben ist wie eine Ketchupflasche...*

Ihr Lieben!

Dass ich jetzt den Sonntag schildern soll, fühlt sich komisch an.
Es ist Samstag Abend, und ich sitze mit meinem Abendessen (Pilzrisotto mit Rosenkohl, ist ja schließlich Winter; und Erdbeeren, ist ja warm) in meinem Kingsize-Bett (wer kauft sowas? Da gehen locker drei, und gequetscht vier von meiner Sorte rein!) in Lutwyche. Das spricht man angeblich "Latwitsch" aus. Ich zweifle.

Der Sonntag also (7. August):
Nachdem ich mich mit Michael in Auchenflower getroffen habe fuhr ich also direkt zum Einkaufszentrum bei Sarahs Wohnung, um mir Bettwäsche und eine megakuschelige Kuscheldecke zu kaufen, dann ging's zurück zu Sarah zum Packen, und nachdem mir Ricky geschrieben hatte, dass ich jederzeit einziehen könne, luden Sarah und ich all meine Habseligkeiten ins Auto und fuhren erst mal in die Stadt, ins Cat Cuddle Cafe, zu deutsch: Katzenknuddelcafé. Was, meines Erachtens, ein megamäßig gutes Konzept ist. Das sind Tierheimskatzen, die da wohnen, und die Leute gehen hin und im Idealfall funkt es zwischen Mensch und Katze und die Tiere kriegen ein neues Zuhause.
Sarah und ich haben also eine Stunde Katzenkuscheln gebucht, aber die Katzen haben eigentlich ihren Job nicht gemacht, sondern größtenteils in der Sonne gedöst, und da man vorher unterschrieben hat, ruhende Katzen nicht zu stören, war es streckenweise etwas ereignislos.
Nichtsdestotrotz, ein geniales Konzept.
Und Sarah will wieder hin.

Übrigens, die Unterschreibeliste befand sich in einer Kladde, und außen auf der Kladde waren die Punkte aufgelistet, deren Einhaltung man mit seiner Unterschrift feierlich gelobte, also bevor ich meine Seele zum wiederholten Male dem Teufel verkaufte, las ich mir erst alle Punkte durch, bevor ich das ganze dann unterschrieb.
Daraufhin sagte der Barkeeper zu mir, der mich offenbar beobachtet hatte: "You either went through governmental or military training", was mich dann doch recht verblüffte, bevor ich ihm trocken verkündete, "No, I'm just German." Wobei diese Angewohnheit nichts mit dem Klischee zu tun hat, sondern noch aus meiner Grundschulzeit herrührt, als meine Lehrerin uns immer wieder eingetrichtert hat, erst alles sorgfältig zu lesen. Von vorn bis hinten. Beste Lehrerin ever.

Dann sind wir weitergefahren Richtung Teneriffe an den Brisbane River und haben die Fähre ans andere Ufer genommen nach Bulimba und sind da die Oxford St entlanggewandelt. Kann man, wenn man will, alles auf Googlemaps nachverfolgen :)





Also wie gesagt, Sarah und ich haben dann den Großteil des Nachmittags damit verbracht, die Einkaufsstraße entlang zu flanieren.
Und stießen auch auf das hier:
Aber der Winter hier ist wirklich lachhaft. Und alle jammern über das kalte Wetter, und sind erkältet.
Ich weiß auch nicht, warum man meint, mit kurzen (und wie kurz, echt) Hosen rumlaufen zu müssen. Meine Kolleginnen Mandy und Emma jedenfalls sind - auch wenn sie abstreiten, erkältet zu sein - gerne mal am Husten und Niesen.
Aber wahrscheinlich liegt das nur an der Klimaanlage ;)

Sarah fuhr mich dann gegen halb 5 zu Ricky, und seit dem bin ich hier.
Fotos von Haus und Wohnung gibt's dann, wenn ich mal hier aufgeräumt hab, aber ich war auch heute wieder den ganzen Tag unterwegs
Am ersten Tag nahm mich Sarah ja mit zum Davies Park Market, und da bin ich heute auch nochmal hin, und wollte eigentlich Lebensmittel einkaufen, war aber dann wegen des reichhaltigen Angebots derart überfordert, dass ich es sein ließ und stattdessen mich erst an der Aussicht (Bild)

und dann an der Tatsache freute, in den richtigen Bus eingestiegen zu sein.




Das Busfahren ist hier so eine Sache. Allgemein der Verkehr, durch die Innenstadt, meine Güte, die fahren hier alle ein Tempo, das ist abnormal. Das Bussystem selbst finde ich gar nicht so schlecht, zum Beispiel gibt es immer mal wieder spezielle Straßen, auf denen nur Busse fahren, und die sind auch für Fußgänger oder sonstige Verkehrsteilnehmer nicht zugänglich. Die haben dementsprechend auch keine Ampeln, und wer Bus fährt steht auch nicht im Stau.
Zum Fahren selbst hab ich eine sogenannte goCard, die ich vorher am Automaten mit Geld belade, und dann kann ich in den Bus einsteigen, der mehrere ca. 15x15cm große Kästen besitzt, an die man seine Karte dranhält und dann piepst es, und im Idealfall leuchtet es noch grün, was dem Fahrer und allen anderen signalisiert, dass man berechtigt ist, in diesem Bus mitzufahren.
Außerdem zahlt man pro Woche nur 9 Fahrten. Das heißt, wenn ich die ganze Woche von Montag bis Freitag brav immer mit dem Bus zum Institut gefahren bin, dann darf ich das Wochenende kostenlos fahren. Im gesamten Tarifverbund von Translink, und laut Sarah kommt man damit bis zur Gold Coast. Ich werde morgen mal ein bisschen weiter fahren als bisher, und habe vor mit der Fähre zurückzufahren, und taste mich so langsam an den öffentlichen Personennahverkehr hier ran.
Ach so, zwei Kritikpunkte, die das Busfahren echt verleiden:
a) die Busse halten nicht, wenn man nicht winkt. Das ist ansich kein schlechtes System, für mich, die ja blind wie ein Maulwurf ist, der Horror. Besonders wenn ich immer erst ewig spät die Nummer des Busses sehe. Bei Nacht wird man dann zudem von den ganzen Scheinwerfern geblendet. Nein, das macht absolut keinen Spaß. Besonders nachdem ich so mal einen Bus im Regen verpasst habe, und der nächste erst eine halbe Stunde später kam.
b) die Fahrpläne hier sind unbrauchbar. Ich bin tatsächlich sehr froh, dass mir google sagt, welchen Bus ich nehmen kann um heimzufinden. Hatte ich vor vier Jahren nicht, und das hat es mir fast unmöglich gemacht, mich zurechtzufinden. Auf den sogenannten Fahrplänen steht maximal das Endziel des Busses, nicht aber, worüber er fährt. *kopfschüttel*
c) die einzelnen Haltestellen sind im Bus selbst auch nicht angezeigt. Also habe ich gerade in der Anfangszeit immer das GPS und googlemaps mitlaufen lassen, um zu sehen, wann es ungefähr passt, auszusteigen. Denn nicht jeder Bus fährt jede Haltestelle an. Extrem verwirrend. Aber bisher hab ich noch immer heimgefunden.


*Erst kommt gar nichts und dann kommt alles auf einmal: Die ganze Woche meldete sich niemand auf meine verzweifelten Versuche, Dates für Wohnungsbesichtigungen auszumachen - Am Samstag und Sonntag, also nachdem ich mich entschieden hatte, bekam ich sage und schreibe 8 Nachrichten^^

Dienstag, 9. August 2016

Der zweite Teil vom Wochenende...

... Kommt heute Abend nicht mehr weil ich richtig müde bin.
Ich hab heute mein neues Projekt gestartet und kämpfe mit einem Datensatz von sage und schreibe 1977 Variablen.
Und da soll ich Plausibilitätschecks machen :D
Aber weil's kein Update gibt, gibt's zwei Fotos.
Da.


Montag, 8. August 2016

adf ;)

Ihr Lieben,

meine zweite Arbeitswoche hat begonnen. Das ging schnell.
Ich hab das letzte Mal Donnerstag von mir "sehen" lassen und es ist viel passiert seit Donnerstag.
Donovan der alte Stinker, hat tatsächlich erst Freitag zurückgeschrieben, nachdem ich ihn darauf hingewiesen habe, dass ich warte... und dann wurde ich überraschenderweise auch von Dan völlig ignoriert.
So, das war die letzte Woche.
Freitag Abend hab ich dann damit verbracht, noch zahlreiche Leute anzuschreiben; ach so, ich hab nirgendwo festgehalten, wie ich meine Suche durchgeführt hab, oder? Sophia und Isabell haben mir unabhängig voneinander empfohlen bei Flatmates.com.au zu suchen. und im Nachhinein muss ich auch sagen, dass das recht gut geklappt hat - nur halt nicht unter der Woche sondern eher am Wochenende.

Am Samstag Mittag traf ich mich allererstes mit Rogér (so ein Blödsinn, mit dem Akzent, den braucht auf diesem e keiner!), und Leute, ich kam da hin und dachte nur, verdammt, ich bin einen Monat zu früh.
Der war mitten in der Renovierung. Da war keine Küche und kein Klo. Dafür frisch weiß gestrichene Wände und ein neu abgezogener (?) Holzboden. Ein Traum von einem Haus und der Kerl war auch wahnsinnig sympathisch. Aber eine Anzeige zu schalten, dass die Wohnung "ab jetzt" verfügbar ist - naja.
Nachmittags war ich dann bei Ricky in Lutwyche. Zur Abwechslung mal eine Küche, in der mehr als eine Person Platz hat und das gleiche auch im Wohnzimmer. Unglaublich!
Abends war ich dann in einer eigentlich winzigen Wohnung im Herzen der Stadt. Neu renoviert und so, aber echt eng. Das Paar schien sehr sympathisch, aber... echt jetzt Leute, 40qm und drei Leute und dann ein Haufen Geld für eine Straße die niemals schläft? Ach so, und Treppen steigen muss man auch und um 18h als ich dort war, war es bereits so krass dunkel, dass ich wirklich froh war, mit Handy und damit Taschenlampe ausgerüstet zu sein.


Das ist übrigens auch noch so was, was ich total verdrängt hab - hier fehlt die Dämmerung. Um halb sechs ist es einfach *zack!* dunkel. Also ich übertreibe schon etwas, aber nicht viel
Dafür blühen die Bäume <3.

Also nachdem Reinfall bei Elnur war ich dann doch tatsächlich Pies fürs Abendessen besorgen.
Vier lange Jahre hab ich darauf gewartet, meine allerliebste Lieblingsfastfoodkeete zu beehren, und sie haben nicht enttäuscht, mit Quiche Lorraine, Spinatquiche und einem Lambroll. Die Schokocroissants haben Sarah und ich dann zum Frühstück am Sonntag verputzt.

Am Sonntag hatte ich dann noch einen Termin bei Michael,
Ein echt total lieber Bücherverkäufer, der mir ein Zimmer in Auchenflower angeboten hat, tatsächlich ziemlich traumhaft. Recht nah am Bahnhof, mit Pool, eigenem Sitz- und Grillplatz, zwei Kühlschränken und Ensuite - also eigenem Badezimmer direkt am Zimmer dran.
Aber den Weg ins Institut muss ich halt jeden Tag machen, und ich hab mich jetzt schweren Herzens anderweitig entschieden:

Ich bin jetzt bei Ricky, 47, Motorradbastler, untergekommen.
Ca. 35$ pro Woche günstiger als Michaels Angebot, mit viel Platz, einer überdachten Terrasse und außerdem nur 10 Busminuten vom Institut weg. Optimal. Nicht besonders neu renoviert und ab und an auch ein paar Flecken auf dem Teppich, die man nicht genauer analysieren will, aber was soll's. Vier Monate gehen erstens rum und zweitens bin ich eh kaum hier. Ach ja. Und der Aldi in der Nähe :D
Ricky hat mich übrigens angeschrieben, nicht andersherum.

So Leute, ich hatte heute einen langen Arbeitstag, ich wollte eigentlich noch weiterschreiben, aber mir fallen die Augen zu. Vllt kommt morgen ja Teil zwei des Wochenendes. Wenn ich nicht mit Sarah ins Kino gehe. Cheers, Leute!

Donnerstag, 4. August 2016

Leben im Limbo

Ihr Lieben!

Ich wollte euch eigentlich erst einen neuen Post servieren, sobald ich die good News erhalten hätte, ein eigenes Zimmer zu haben, but alas — Donovan schreibt nicht zurück...
Ich war gestern noch ein anderes Zimmer anschauen was mir richtig gut gefallen hat, und auch Dan, der mir das Zimmer gezeigt hat war unheimlich nett und gechillt und ich würde da sofort einziehen — wenn es nicht im Berufsverkehr eine ziemlich Crux wäre, da hinzukommen.
Von Donovan sind es nämlich nur zehn Minuten mit dem Bus.

Aber die meisten von euch werden wohl weniger daran interessiert sein, wo ich schlafe als tatsächlich wie denn jetzt das Praktikum läuft, und Leute, es ist großartig.

Also mein Projekt hat sich etwas geändert, es geht jetzt darum, mit einer etwas anderen Patientenzahl die Ergebnisse eines kürzlich veröffentlichten Papers zu reproduzieren.
Es geht also um eine Subgruppe von Hautkrebspatienten, die eine Leber- oder Nierentransplantation hatten. Die wurden im Zeitraum von 2012-14 untersucht, befragt und behandelt, und wie gesagt eigentlich sollte ich mit einem etwas anderen Datensatz das Ding nachvollziehen, und Mandy, meine Kollegin, macht das auch und dann vergleichen wir (damit sie auch feststellen können, ob ich nur Blödsinn produziere).

Und wie das Leben so ist, krieg ich (nachdem IT einen halben Tag damit verbracht hatte, sas auf meinem Rechner zum Laufen zu bringen), meinen Datensatz von Mandy, sie geht heim, und zack! funktioniert nichts mehr.
Ich weiß immer noch nicht wieso, aber es war nichts brauchbares mehr rauszuholen.
Und dann war Mandy zwei Tage weg :D

Jedenfalls hat sie mir heute das Programm nochmal durchlaufen lassen, und -Überraschung- es gab ein Problem.

Aber sie meinte, morgen kriege ich den Datensatz.
Ich muss mich übrigens noch durch das safety Manual und gewisse weitere Sicherheitsstandards durchquälen, aber weil ich nur so kurz da bin wenigstens keinen Test schreiben.
Shannon, die Sicherheitsbeauftragte, sagte der Rekord beim Nichtbestehen dieses Tests liege bei 16x.

So, meine Kollegen.
Alle ausnahmslos supernett. Und die meisten Biostatistiker.
Mein Chef Peter, dem ich zwar nicht direkt unterstellt bin, der aber prinzipiell meine Aufgaben betreut, hat die beiden Kolleginnen, Emma und Mandy, die in meinem Büro mit drinsitzen, ausgebildet und gefördert, laut Emma liebt er es Leuten dabei zuzusehen, wie sie Fortschritte in Statistik machen.

Im Büro nebenan sitzt David, und dann sind da noch Karen und Anita.
Louisa und Leesa hab ich noch nicht kennen gelernt.

Eine Begebenheit von gestern war einfach unglaublich witzig.
Wir waren uns in der Kantine einen Kaffee holen, David, Karen und ich, und David und ich reden irgendwie über Geburtstage.
David so zu Karen: "Ja, um deinen Geburtstag machst du ja ein riesengroßes Geheimnis."
Karen druckst rum, sagt aber nicht viel dazu, und als wir eigentlich mit dem Thema schon durch sind sagt sie auf einmal : "Actually, it is today."
Ich hab erst gedacht sie nimmt mich auf den arm, dann kam sie aber mit TimTams an mit doppelt dunkler Schokolade und meine Herrn, ich weiß warum die hier einen TimTam-Nachmittag haben.
Weil die so auf Aliterationen stehen würde es mich nicht wundern, wenn das dienstags wäre, aber nächsten Dienstag gibt's erst mal Pizza Luncheon.

Übrigens gibt's hier am Institut ständig öffentliche Vorträge, und gestern war ich bei meinem zweiten.
Im ersten ging es über das zunehmende Problem von Diabetes in Thailand (das zumindest bei Frauen mit dem Genuss von zuckerhaltigen Getränken assoziiert ist!).
Der zweite Vortrag gestern über Krebs-Grundlagenforschung war der Hammer.
Ich hab auch nicht alles verstanden weil ich in dem Thema nicht drin bin, aber der Lecturer hat genug veröffentlicht, das man alles verstehen kann. Der kam übrigens aus Würzburg, lebt aber schon viele Jahre in Melbourne.
Das Interessante hierbei war, dass die da richtig heftig im Mausmodell an Mechanismen forschen.
Es gibt da den einen sehr bekannten Faktor, p53, der die Krebsentstehung verhindert — nimmt man den weg, gibt's Krebs, vereinfacht gesagt. Wenn man jetzt das p53 mit Nutlin3a stabilisiert, dann wird in den Krebszellen wieder die Apoptose eingeleitet.
Erste klinische Trials dazu laufen.

Das Problem mit Krebs ist, dass der einfach nicht aufhört zu wachsen und sich weigert, zu sterben. Das liegt unter anderem daran, dass der Transkriptionsfaktor c-MYC ständig exprimiert wird, und so wie ich das verstanden habe, kommt es auf das Protein mcl-1 an. Denn wenn das läuft, dann gibt's Apoptose. Und die brauchen wir damit die Krebszellen einsehen, dass sie lange genug gelebt haben. Oder so. Nachzulesen bei Marco Herold. Ich drück euch!