Samstag, 13. August 2016

Das Leben ist wie eine Ketchupflasche...*

Ihr Lieben!

Dass ich jetzt den Sonntag schildern soll, fühlt sich komisch an.
Es ist Samstag Abend, und ich sitze mit meinem Abendessen (Pilzrisotto mit Rosenkohl, ist ja schließlich Winter; und Erdbeeren, ist ja warm) in meinem Kingsize-Bett (wer kauft sowas? Da gehen locker drei, und gequetscht vier von meiner Sorte rein!) in Lutwyche. Das spricht man angeblich "Latwitsch" aus. Ich zweifle.

Der Sonntag also (7. August):
Nachdem ich mich mit Michael in Auchenflower getroffen habe fuhr ich also direkt zum Einkaufszentrum bei Sarahs Wohnung, um mir Bettwäsche und eine megakuschelige Kuscheldecke zu kaufen, dann ging's zurück zu Sarah zum Packen, und nachdem mir Ricky geschrieben hatte, dass ich jederzeit einziehen könne, luden Sarah und ich all meine Habseligkeiten ins Auto und fuhren erst mal in die Stadt, ins Cat Cuddle Cafe, zu deutsch: Katzenknuddelcafé. Was, meines Erachtens, ein megamäßig gutes Konzept ist. Das sind Tierheimskatzen, die da wohnen, und die Leute gehen hin und im Idealfall funkt es zwischen Mensch und Katze und die Tiere kriegen ein neues Zuhause.
Sarah und ich haben also eine Stunde Katzenkuscheln gebucht, aber die Katzen haben eigentlich ihren Job nicht gemacht, sondern größtenteils in der Sonne gedöst, und da man vorher unterschrieben hat, ruhende Katzen nicht zu stören, war es streckenweise etwas ereignislos.
Nichtsdestotrotz, ein geniales Konzept.
Und Sarah will wieder hin.

Übrigens, die Unterschreibeliste befand sich in einer Kladde, und außen auf der Kladde waren die Punkte aufgelistet, deren Einhaltung man mit seiner Unterschrift feierlich gelobte, also bevor ich meine Seele zum wiederholten Male dem Teufel verkaufte, las ich mir erst alle Punkte durch, bevor ich das ganze dann unterschrieb.
Daraufhin sagte der Barkeeper zu mir, der mich offenbar beobachtet hatte: "You either went through governmental or military training", was mich dann doch recht verblüffte, bevor ich ihm trocken verkündete, "No, I'm just German." Wobei diese Angewohnheit nichts mit dem Klischee zu tun hat, sondern noch aus meiner Grundschulzeit herrührt, als meine Lehrerin uns immer wieder eingetrichtert hat, erst alles sorgfältig zu lesen. Von vorn bis hinten. Beste Lehrerin ever.

Dann sind wir weitergefahren Richtung Teneriffe an den Brisbane River und haben die Fähre ans andere Ufer genommen nach Bulimba und sind da die Oxford St entlanggewandelt. Kann man, wenn man will, alles auf Googlemaps nachverfolgen :)





Also wie gesagt, Sarah und ich haben dann den Großteil des Nachmittags damit verbracht, die Einkaufsstraße entlang zu flanieren.
Und stießen auch auf das hier:
Aber der Winter hier ist wirklich lachhaft. Und alle jammern über das kalte Wetter, und sind erkältet.
Ich weiß auch nicht, warum man meint, mit kurzen (und wie kurz, echt) Hosen rumlaufen zu müssen. Meine Kolleginnen Mandy und Emma jedenfalls sind - auch wenn sie abstreiten, erkältet zu sein - gerne mal am Husten und Niesen.
Aber wahrscheinlich liegt das nur an der Klimaanlage ;)

Sarah fuhr mich dann gegen halb 5 zu Ricky, und seit dem bin ich hier.
Fotos von Haus und Wohnung gibt's dann, wenn ich mal hier aufgeräumt hab, aber ich war auch heute wieder den ganzen Tag unterwegs
Am ersten Tag nahm mich Sarah ja mit zum Davies Park Market, und da bin ich heute auch nochmal hin, und wollte eigentlich Lebensmittel einkaufen, war aber dann wegen des reichhaltigen Angebots derart überfordert, dass ich es sein ließ und stattdessen mich erst an der Aussicht (Bild)

und dann an der Tatsache freute, in den richtigen Bus eingestiegen zu sein.




Das Busfahren ist hier so eine Sache. Allgemein der Verkehr, durch die Innenstadt, meine Güte, die fahren hier alle ein Tempo, das ist abnormal. Das Bussystem selbst finde ich gar nicht so schlecht, zum Beispiel gibt es immer mal wieder spezielle Straßen, auf denen nur Busse fahren, und die sind auch für Fußgänger oder sonstige Verkehrsteilnehmer nicht zugänglich. Die haben dementsprechend auch keine Ampeln, und wer Bus fährt steht auch nicht im Stau.
Zum Fahren selbst hab ich eine sogenannte goCard, die ich vorher am Automaten mit Geld belade, und dann kann ich in den Bus einsteigen, der mehrere ca. 15x15cm große Kästen besitzt, an die man seine Karte dranhält und dann piepst es, und im Idealfall leuchtet es noch grün, was dem Fahrer und allen anderen signalisiert, dass man berechtigt ist, in diesem Bus mitzufahren.
Außerdem zahlt man pro Woche nur 9 Fahrten. Das heißt, wenn ich die ganze Woche von Montag bis Freitag brav immer mit dem Bus zum Institut gefahren bin, dann darf ich das Wochenende kostenlos fahren. Im gesamten Tarifverbund von Translink, und laut Sarah kommt man damit bis zur Gold Coast. Ich werde morgen mal ein bisschen weiter fahren als bisher, und habe vor mit der Fähre zurückzufahren, und taste mich so langsam an den öffentlichen Personennahverkehr hier ran.
Ach so, zwei Kritikpunkte, die das Busfahren echt verleiden:
a) die Busse halten nicht, wenn man nicht winkt. Das ist ansich kein schlechtes System, für mich, die ja blind wie ein Maulwurf ist, der Horror. Besonders wenn ich immer erst ewig spät die Nummer des Busses sehe. Bei Nacht wird man dann zudem von den ganzen Scheinwerfern geblendet. Nein, das macht absolut keinen Spaß. Besonders nachdem ich so mal einen Bus im Regen verpasst habe, und der nächste erst eine halbe Stunde später kam.
b) die Fahrpläne hier sind unbrauchbar. Ich bin tatsächlich sehr froh, dass mir google sagt, welchen Bus ich nehmen kann um heimzufinden. Hatte ich vor vier Jahren nicht, und das hat es mir fast unmöglich gemacht, mich zurechtzufinden. Auf den sogenannten Fahrplänen steht maximal das Endziel des Busses, nicht aber, worüber er fährt. *kopfschüttel*
c) die einzelnen Haltestellen sind im Bus selbst auch nicht angezeigt. Also habe ich gerade in der Anfangszeit immer das GPS und googlemaps mitlaufen lassen, um zu sehen, wann es ungefähr passt, auszusteigen. Denn nicht jeder Bus fährt jede Haltestelle an. Extrem verwirrend. Aber bisher hab ich noch immer heimgefunden.


*Erst kommt gar nichts und dann kommt alles auf einmal: Die ganze Woche meldete sich niemand auf meine verzweifelten Versuche, Dates für Wohnungsbesichtigungen auszumachen - Am Samstag und Sonntag, also nachdem ich mich entschieden hatte, bekam ich sage und schreibe 8 Nachrichten^^

1 Kommentar:

  1. Hi,

    das Osmand kann als Zusatzlayer die Linien des öffentlichen Nahverkehrs einblenden. Routing darüber funktioniert wahrscheinlich nicht.

    hth, Gruß,
    M

    AntwortenLöschen