Ihr Lieben!
Ich wollte euch eigentlich erst einen neuen Post servieren, sobald ich die good News erhalten hätte, ein eigenes Zimmer zu haben, but alas — Donovan schreibt nicht zurück...
Ich war gestern noch ein anderes Zimmer anschauen was mir richtig gut gefallen hat, und auch Dan, der mir das Zimmer gezeigt hat war unheimlich nett und gechillt und ich würde da sofort einziehen — wenn es nicht im Berufsverkehr eine ziemlich Crux wäre, da hinzukommen.
Von Donovan sind es nämlich nur zehn Minuten mit dem Bus.
Aber die meisten von euch werden wohl weniger daran interessiert sein, wo ich schlafe als tatsächlich wie denn jetzt das Praktikum läuft, und Leute, es ist großartig.
Also mein Projekt hat sich etwas geändert, es geht jetzt darum, mit einer etwas anderen Patientenzahl die Ergebnisse eines kürzlich veröffentlichten Papers zu reproduzieren.
Es geht also um eine Subgruppe von Hautkrebspatienten, die eine Leber- oder Nierentransplantation hatten. Die wurden im Zeitraum von 2012-14 untersucht, befragt und behandelt, und wie gesagt eigentlich sollte ich mit einem etwas anderen Datensatz das Ding nachvollziehen, und Mandy, meine Kollegin, macht das auch und dann vergleichen wir (damit sie auch feststellen können, ob ich nur Blödsinn produziere).
Und wie das Leben so ist, krieg ich (nachdem IT einen halben Tag damit verbracht hatte, sas auf meinem Rechner zum Laufen zu bringen), meinen Datensatz von Mandy, sie geht heim, und zack! funktioniert nichts mehr.
Ich weiß immer noch nicht wieso, aber es war nichts brauchbares mehr rauszuholen.
Und dann war Mandy zwei Tage weg :D
Jedenfalls hat sie mir heute das Programm nochmal durchlaufen lassen, und -Überraschung- es gab ein Problem.
Aber sie meinte, morgen kriege ich den Datensatz.
Ich muss mich übrigens noch durch das safety Manual und gewisse weitere Sicherheitsstandards durchquälen, aber weil ich nur so kurz da bin wenigstens keinen Test schreiben.
Shannon, die Sicherheitsbeauftragte, sagte der Rekord beim Nichtbestehen dieses Tests liege bei 16x.
So, meine Kollegen.
Alle ausnahmslos supernett. Und die meisten Biostatistiker.
Mein Chef Peter, dem ich zwar nicht direkt unterstellt bin, der aber prinzipiell meine Aufgaben betreut, hat die beiden Kolleginnen, Emma und Mandy, die in meinem Büro mit drinsitzen, ausgebildet und gefördert, laut Emma liebt er es Leuten dabei zuzusehen, wie sie Fortschritte in Statistik machen.
Im Büro nebenan sitzt David, und dann sind da noch Karen und Anita.
Louisa und Leesa hab ich noch nicht kennen gelernt.
Eine Begebenheit von gestern war einfach unglaublich witzig.
Wir waren uns in der Kantine einen Kaffee holen, David, Karen und ich, und David und ich reden irgendwie über Geburtstage.
David so zu Karen: "Ja, um deinen Geburtstag machst du ja ein riesengroßes Geheimnis."
Karen druckst rum, sagt aber nicht viel dazu, und als wir eigentlich mit dem Thema schon durch sind sagt sie auf einmal : "Actually, it is today."
Ich hab erst gedacht sie nimmt mich auf den arm, dann kam sie aber mit TimTams an mit doppelt dunkler Schokolade und meine Herrn, ich weiß warum die hier einen TimTam-Nachmittag haben.
Weil die so auf Aliterationen stehen würde es mich nicht wundern, wenn das dienstags wäre, aber nächsten Dienstag gibt's erst mal Pizza Luncheon.
Übrigens gibt's hier am Institut ständig öffentliche Vorträge, und gestern war ich bei meinem zweiten.
Im ersten ging es über das zunehmende Problem von Diabetes in Thailand (das zumindest bei Frauen mit dem Genuss von zuckerhaltigen Getränken assoziiert ist!).
Der zweite Vortrag gestern über Krebs-Grundlagenforschung war der Hammer.
Ich hab auch nicht alles verstanden weil ich in dem Thema nicht drin bin, aber der Lecturer hat genug veröffentlicht, das man alles verstehen kann. Der kam übrigens aus Würzburg, lebt aber schon viele Jahre in Melbourne.
Das Interessante hierbei war, dass die da richtig heftig im Mausmodell an Mechanismen forschen.
Es gibt da den einen sehr bekannten Faktor, p53, der die Krebsentstehung verhindert — nimmt man den weg, gibt's Krebs, vereinfacht gesagt. Wenn man jetzt das p53 mit Nutlin3a stabilisiert, dann wird in den Krebszellen wieder die Apoptose eingeleitet.
Erste klinische Trials dazu laufen.
Das Problem mit Krebs ist, dass der einfach nicht aufhört zu wachsen und sich weigert, zu sterben. Das liegt unter anderem daran, dass der Transkriptionsfaktor c-MYC ständig exprimiert wird, und so wie ich das verstanden habe, kommt es auf das Protein mcl-1 an. Denn wenn das läuft, dann gibt's Apoptose. Und die brauchen wir damit die Krebszellen einsehen, dass sie lange genug gelebt haben. Oder so. Nachzulesen bei Marco Herold. Ich drück euch!
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